Wechselspiel der Energien

Die Ernährung

Nahrung und Doshas

Die Doshas Vata-Pitta-Kapha prägen jeden Menschen individuell und die gesamte Natur, zwischen allem herrscht ein Wechselspiel der Energien.
Nahrungsaufnahme ist Energieaufnahme und deshalb kommt im Ayurveda der Ernährung eine wichtige Bedeutung zu.

“Wer richtig isst, braucht keine Medizin,
wer falsch isst, dem nützt keine Medizin”

Der Ayurveda unterscheidet sechs verschiedene Geschmackrichtungen (rasas): Süss, sauer, salzig, scharf, bitter, herb (zusammenziehend)

Hier einige Nahrungsbeispiele:

Beispiele für die Rasas
Süß
Reis, Süßkartoffeln, Getreide, Nudeln, Karotten, Süßspeisen
Sauer
Joghurt, Zirusfrüchte, Essig
Salzig
alle Salzsorten, Chips, Salzstangen
Scharf
Gewürze wie Pfeffer, Curry, Ingwer, Paprika, Knoblauch, Zwiebeln
Bitter
grünes Blattgemüse
Herb
Hülsenfrüchte, Kohl, Brokkoli, Fenchel, Auberginen, Rharbarber, Granatäpfel

Diese Rasas haben unterschiedliche Einflüsse auf die Doshas.
Süß z.B. verringert Vata und Pitta, erhöht Kapha. Allgemein gilt, dass “süß” vitalisiert und gute Laune macht.
Der folgenden Tabelle können Sie auch die Effekte der anderen Rasas entnehmen.

Wirkung der Rasas auf die Doshas
Rasa
V P K allgemein
Süß
- - + vitalisiert, gibt gute Laune
Sauer
- + + weckt auf, fördert die sinnliche Wahrnehmung
Salzig
- + + regt Verdauung an, stabilisiert Gefühlsschwankungen
Scharf
+ + - beschleunigt Verdauung, gut für Kapha
Bitter
+ - - reguliert Verdauungsprobleme
Herb
+ - - harmonisiert Verdauungsfeuer

Was einseitige Ernährung bewirkt, lässt sich anhand dieser Aufstellung leicht erahnen. Deshalb empfiehlt der Ayurveda eine ausgewogene Ernährung im Hinblick auf die sechs Rasas.
Dies gilt allerdings nur, solange keine Störung eines Doshas vorliegt.
Bei einer typischen Pitta-Störung (u.a. Sodbrennen) sollte man Nahrung meiden, die Pitta noch erhöht (sauer, salzig, scharf), stattdessen mehr süß, bitter und herb essen.
Über gezielte Nahrungsaufnahme können wir also unsere Doshas beeinflussen.
Vorlieben und Abneigungen sind oftmals Signale des Körpers, weshalb individuelle Unverträglichkeiten meist kein Zufall sind. Die gesunde Körperintelligenz strebt immer das individuelle Gleichgewicht an.

Der Stoffwechsel

Der deutsche Naturarzt Hufeland hat einen bedeutenden Ausspruch getan: “Der Mensch lebt nicht von dem, was er isst, sondern von dem, was er verdaut.” Dieser Satz hat auch im Ayurveda eine zentrale Bedeutung. Was nutzen die gesündesten Nahrungsmittel, wenn wir sie nicht richtig verstoffwechseln können !

Welche Ursachen gestörter Verdauung gibt es?
  • zu viel Nahrung
  • Zwischenmahlzeiten
  • degenerierte Nahrung (u.a. Dosen)
  • zu spätes Essen
  • gestörte Doshas
Man unterscheidet verschieden Arten von Verdauungsstörungen:
  • Vata-Störung: Blähungen, Verstopfungen, unregelmäßig
  • Pitta-Störung: zu stark, Körper hat nicht genügend Zeit, zu verwerten, Sodbrennen, Geschwüre
  • Kapha-Störung: zu träge, Völlegefühl, Müdigkeit

Als Folge einer gestörten Verdauung entsteht “Ama”. Ama sind Gift- und Schlackstoffe, die durch umzureichend verdaute Nahrung entstehen, aber auch durch unverarbeitete Gefühle, Konflikte, Belastungen. Ama hat demnach auch eine psychische Komponente. Zuviel Ama im Körper stört die Doshas, ein Teufelskreis. Ama ist die Ursache vieler Krankheiten.